TKKG (15): Ufos in Bad Finkenstein

Anmerkung:
Das folgende Review ist für die Ausgabe #5 der Playtaste verfasst worden und wurde in dieser veröffentlicht.

Einige werden vielleicht augenrollend denken „Noch ‘ne ältere Folge hättest du nicht finden können?! TKKG zudem?“. Willkommen in der Millionenstadt. Und ja, natürlich hätte ich auch eine noch ältere Folgen finden können. Vierzehn sogar, um genau zu sein ;). Meine Wahl fiel auf die „Ufos“, weil sie nicht nur seit mittlerweile fast 3 Jahrzehnten zu meinen absoluten Lieblingen der Serie zählt (oh Graus, ein Fan auch noch 😉 ), nein, „Bad Finkenstein“ sehe ich mehr als DIE definitive TKKG-Folge der „Klassiker“-Ära. TKKG in a nutshell, so zu sagen. Warum?

Fangen wir mit der Geschichte an:
Stefan Wolf verquickt hier wunderbar unterschiedliche Elemente: Auf der einen Seite typische Jugenderlebnisse. Ja, damals waren Kinobesuche durchaus noch Highlights. Dazu die typischen Internatsszenen zwischen „Tarzan“ und Klößchen abseits spießiger Eltern und unbeaufsichtigte Tagesausflüge. Auf der anderen Seite dann die kriminellen Elemente: Überfall im dunklen Park, die -zugegeben etwas weit hergeholt anmutenden- Taten der Haarjäger, Entführung eines Wissenschaftler – und obendrein noch eine zwar fantastische, dennoch nicht aufgesetzt wirkende Prise „Mystery“. Kommissar Zufall ist zwar vorhanden, doch im absolut akzeptablen Rahmen. Zudem finden sich hier Ermittlungen. Und nicht nur das: Hier hat jeder der TKKG-Bande seine Aufgabe.
Die „Aggro-Tim Show“, in der dem „Häuptling“ alles per Zufall zufällt, während Karl, Klößchen und Gaby lediglich zu hören sind, wenn sie mal einen mehr oder weniger belanglosen Satz einwerfen sollen, ist hier noch in weiter Ferne. Tatsächlich hat man hier das Gefühl, daß die „Bande“ echt ist und die Mitglieder tatsächlich miteinander agieren.

Das bringen die damals noch jungen Sprecher sehr gut rüber. Folge 15, das ist noch weit von den oftmals übertrieben coolen Allüren des Peter Carsten in späteren Folgen entfernt. Folge 15 ist aber auch nicht mehr Folge 1, das heißt, daß sich die Sprecher hier nicht nur wunderbar eingespielt haben, sondern auf aufeinander eingehen, was den Unterhaltungen natürlich sehr zu gute kommt. Unterstützt werden sie dabei von bekannten Namen wie Jürgen Thormann, Harald Pages, Günter Lüdke, Lothar Zibell, Karin Lieneweg, Henry Kielmann oder Maud Ackermann, die allesamt gänzlich überzeugen.

Musik und Effekte möchte ich zusammenfassen: Erstklassig. Die eisige Winteratmosphäre wird ebenso gut vermittelt wie die -besonders in der Neuauflage- düsteren und mysteriöseren Momente. Auch in dieser Beziehung sind die „Ufos“ ein Aushängeschild der damaligen Abenteuer.

Als Fazit bleibt für mich:
Selbst nach mittlerweile weit, weit über 100x Hören ist und bleibt „Ufos in Bad Finkenstein“ ein Jugendhörspiel, das für die älteren Hörer sicherlich einen sehr starken Nostalgiewert hat, aber auch heute noch spannende Unterhaltung bietet, die neben einer unglaublich starken Atmosphäre vor allem mit der liebenswerten Kombination aus zeitlosem Jugendabentuer und starken Sprechern überzeugt. Oder um es mit einem abgewandelten Zitat von Loriot zu sagen: Eine Kindheit ohne „Ufos in Bad Finkenstein“ ist möglich, aber sinnlos.